2018/19 Reise Frankreich Spanien mit dem Wohnmobil – Resümmee

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Nachdem mein Verhältnis zu Frankreich ja nie das aller Beste war, sicher beeinflußt durch mein Elternhaus hat mich Frankreich um so mehr überrascht.
Auch wenn ich mit Frankreich selbst wenig anfangen konnte war Paris ja definitiv eine meiner Lieblingsstädte auf dieser Welt. Paris 2018 ist sicher immer noch eine Reise wert und eine ganz besondere Stadt. Man muß leider aber klar feststellen, hier hat der islamistische Terror gewonnen. Diese Stadt ist nichtmehr was Sie vor dem schrecklichen Bataclan – Attentat und der Vielzahl kleinerer Attentate war. Die ehemals so liberale Stadt gleicht mancherorts, wie unter dem Eifelturm, einem Hochsicherheitstrakt.

Wohnmobil: Im Rest des Landes ist dies glücklicherweise nicht so verbreitet. Frankreich ist überall, vor allem aber im Landesinneren ein Paradies für Wohnmobilfahrer. Selbst Dörfer im nirgendwo mit 100 Einwohnern haben zum Teil kostenlose ganz tolle Wohnmobilstellplätze. Und auch wenn Wild campen hohe Strafen nach sich ziehen kann ist es kein Problem überall einen Platz zum frei stehen zu finden. Selten mußte ich mal zu einer Ver- und Entsorgungsstation mehr als ein paar KM fahren.

Wäsche waschen ist so komfortabel wie in kaum einem anderen Land. Fast jeder große Supermarkt hat Waschmaschinen, in 30 Minuten fertig und die meisten schicken Dir beim einkaufen sogar eine SMS aufs Handy wann Du die Wäsche aus dem Trockner holen kannst.

Einkaufen – das fällt hier nicht unter Pflicht sondern unter Erlebnis. Nich ganz billig , aber Essen gehen ist deutlich teurer. In diesem Land ist wirklich jeder Supermarkt sortiert wie ein Delikatessladen. Brot ist phantastisch, Patisserie sowieso.

Landschaftlich muß ich wohl wenig schreiben, es gibt keine Landschaft die Frankreich nicht zu bieten hat. Vom hügeligen Elsass über Alpenregionen, Mittelgebirge, die Rauhe schöne Atlantikküste, die Mittelmeerküste, von Chic wie Cote Azur bis zu Naturschutzgebiet wie Camargue. Die unzähligen Weinanbaugebiete, die Dordonne , die Cevennen und was habe ich nun alles vergessen.

Reisedauer: Ich war insgesamt bisher 3 Monate am Stück hier unterwegs und kann nur sagen, das war viel zu kurz. 6 Monate kann man hier sicher am Stück reisen ohne das man des Landes überdrüssig würde.

Menschen: Der Franzose selbst gilt ja als etwas Eigen was die Fremdsprachen angeht. Ich habe in Frankreich wirklich ausschließlich sehr sehr nette und hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Spricht man die Franzosen direkt in Deutsch oder English an, so meine Erfahrung wird man ständig hören das man nur französisch spreche. Lerne ein paar Sätze gib die Mühe nur ein oder zwei Worte in Französisch zu sprechen und plötzlich können fast alle Englisch oder manchmal sogar Deutsch. Und die anderen sind plötzlich bemüht jemanden zu suchen der beim Übersetzen hilft. Ich habe wirklich ausschließlich nette hilfsbereite Menschen kennengelernt.

Sicherheit: Besonders der Süden hat da ja ein hartnäckiges Image die europäische Hochburg von Überfällen und “Gasangriffen” auf Wohnmobilisten zu sein. Das Gas Blödsinn ist wissen inzwischen die meisten. Ob es tatsächlich mehr Überfälle gibt als in anderen Regionen Europas kann ich nicht beurteilen, ich habe die Zahlen nicht verglichen. Potentielle Opfer gibt es aber genug und sowas lock sicher auch Täter an. Der Süden ist voll von wehrlosen alten Menschen die mit Ihren 100.000 + X Euro teuren rollenden Reihenhäusern unterwegs sind und wo sich jeder an 3 Fingern abzählen kann das irgendwo da drin eine ordentliche Reisekasse liegt. Ich selbst habe mich nirgends in Frankreich unsicher gefühlt in Paris habe ich gar mit Kind frei gestanden in 2 Nächten. In Marseille habe ich das Wohnmobil auf einem bewachten Stellplatz gehabt. Aufgebrochen kann so ein Fahrzeug zwar überall werden aber wenn ich mir tagsüber bis abends spät anschaue habe ich das Wohnmobil in Städten mit hoher Kriminalitätsrate gerne unter Aufsicht.
Zusammenfassend, ich empfinde Frankreich als sehr sicher und abgesehen von den sehr hohen Restaurantpreisen als das Topreiseland in Europa.

Spanien

Spanien,da bin ich mit wenig Vorstellung hingekommen. Ich war zweimal auf den Kanaren die ich eher naja fand. Sonst hatte ich nur gehört es sei das Land der Bausünden. So ist das auch, traumhaft schöne Küsten, aufs hässlichste zugebaut.
Wenn man aus Frankreich kommt ist es erstmal Kulturschock. Hier bleiben Fußgänger an roten Ampeln stehen auch wenn kein Auto kommt, da scheint Frankodiktatur auch nach 43 Jahren noch zu wirken. Dazu an den Küsten viele Deutsche von dem Typ den ich schon zu Hause verabscheut habe. (“Wir fahren mal da hin wo die Sonne scheint und schaun das wir dann alles so gestalten können wie in Deutschland”).Da ich beim erstellen dieses Resümees nach Portugal fahre und danach evtl. nochmal durch Spanien kommt hier evtl. noch die eine oder andere Änderung später.

Wohnmobil:ganz klar, Paradies Frankreich ist vorbei. Kostenlose Stellplätze gibt es hier nicht mehr (bis auf 2 Ausnahmen). Offizielle sind meist wenig schön aber gerne mal teuer. Wild campen kann Strafe kosten.
Die gute Nachricht – frei stehen geht praktisch überall ! Park4Night funktioniert nicht soo gut wie in Frankreich (hier sind schon öfter mal Schrottplätze dabei) aber es funktioniert. Wenn nicht beim ersten Versuch dann eben beim dritten.
Versorgung geht noch einigermassen gut da es an jedem Strand duschen gibt die auch im Winter aktiv sind. Hier kann man mit Gieskanne oder Kanister sein Trinkwasser auffüllen. Etwas Mühsam aber geht. Entsorgen ist schon schwieriger. Ich habe Anfangs oft auf Stell oder Campingplätzen gehört Entsorgung nur für Gäste, also 1 volle Nacht zahlen. Daher bin ich dann dazu übergegangen was hier fast alle machen, Abwassertank immer offen und WC-Kassette in öffentliche Toiletten oder direkt in die Kanalisation. Auf Chemie sollte man dann natürlich verzichten.
Die Polizei taucht nach meiner Erfahrung regelmäßig auf den Plätzen auf auf denen man sich mit dem Wohnmobil ausbreiten kann, aber zur Sicherheit und nicht zur Abzocke. Wichtig ist dabei keine Camping zu machen. Als Camping wertet die Polizei manchmal wenn man die Wäsche raus hängt, wenn Markise raus ist oder der Tisch draussen steht ist das klar Camping. Mit Stühlen draussen gibt es komischerweise selten ein Problem. Mit Auffahrkeilen aber immer.

Wäsche: Lanvanderias als Waschsalons gibt es sehr oft. Wer also zum waschen nicht extra auf einen Stell/Campingplatz will wird in jedem kleinen Ort (zumindest an der Küste) fündig. Ausserdem hat fast jede Repsol-Tankstelle einen kleinen Waschsalon dabei.
Gewaschen in 30 Minuten getrocknet meist schneller – es gibt Maschinen bis zu 14 kg Füllung und wem das nicht reicht der läßt 2 oder 3 paralell laufen. Das heißt nach einer Stunde ist der Waschtag rum. Ich fage mich warum ich früher zu Hause eine eigene “langsame ” Maschine und Trockner hatte, das hier ist wirklich besser.

Einkaufen: Supermärkte gibt es reichlich. Es gibt klar weniger Convinience – Food als in Deutschland oder auch in Frankreich, aber wollten wir nicht alle mehr selbst frisch kochen. Lebensmittel sind billig – Aldi und Lidl gibt es an jeder Ecke. Praktisch für den Urlauber, wie daheim halt. Aber da macht besser einen Bogen drum, die Preise sind teils höher als bei den Spanischen und das für ein eingeschränktes Sortiment.. Mercadonna ist mein klarer Favorit aber auch Supersol oder DIA sind Top. Vorsicht Bier und Wein kosten fast nichts.

Landschaftlich: Die Küste selbst ist wirklich schön, es gibt praktisch überall tolle Sandstrände. Am besten steht man daher direkt am Meer mit dem Wohnmobil und schaut nicht nach hinten. Den hässlicher bebauen als die Spanier es taten geht nicht. Bis Alicante ist die Küste ein baulicher Alptraum. Alicante bis Almeria ist dann sehr karg und ein Meer aus Foliengewächshäusern. Almeria selbst ist schön und ab da wird es auch besser. Ab Malaga wird es auch wieder grün. Malaga ist sicher eine Perle unter den Küsten-Städten. Gibraltar ist einen Besuch Wert, La Linea braucht kein Mensch. Um Tarifa herum gibt es die absoluten Traumstrände überhaupt, aber da ist auch jeden Monat im Jahr was los, de sind einfach zu gut. Zu Städten wie Barcelona, Sevilla, Valencia muß man wohl nichts sagen, die sind allesamt einen Besuch Wert. Große Überraschung für mich waren die leicht im Landesinneren gelegenen Städte Sevilla und Granada – beide sehr besuchenswert.
Vor kurzem schrieb ein anderer Reiseblogger wer das Landesinnere und den Norden nicht ausgiebig besucht hat kennt das wahre Spanien nicht. Na danke, da habe ich ja Glück es nicht zu kennen, bei mir löste das Landesinnere abgesehen von den erwähnten Städten nur ein “oh Gott wie langweilig aus. So unterschiedlich sind Menschen. Ich bin hoffnungsfroh das jeder das für Ihn passende findet und Glaube nicht das es nur eine einzig Wahre Sicht gibt.

Reisedauer: Ich bin jetzt hier fast 3 Monate unterwegs. Die Hälfte der Zeit hätte locker auch gereicht aber da es herrlich warm ist für die Jahreszeit. Ich habe z. Beispiel gestern am 3. Januar in der Badehose auf der Liege vorm Wohnmobil gelegen bei Huelva, habe ich sehr gerne sehr getrödelt. An Orten wie Malaga Sacaba-Beach kann man auch im Dezember locker mal 2 Wochen stehen ohne da einem Langweilig wird.

Menschen: Da gibt es wenig zu sagen aus meiner Sicht, ich empfinde die Spanier als ganz nett. Südländisches Temperament wie man es von den Italienern kennt sieht man hier seltenst. Beim Autofahren gehen ab und an mal einem die Gäule durch, aber wenn man aussteigt ist der dann um so schneller weg. Alles in allem eher “deutsch” als südländisch. Einziger echter Unterschied, ist irgenwo eine Fiesta .

Sicherheit:  fangen wir mit dem negativen an, ich glaube noch nie in so einer kriminellen Stadt gewesen zu sein. Ich wurde zwar nicht Opfer aber öfter Zeuge von Straftaten in 5 Tagen als im ganzen restlichen 2018. Das heißt in Städten Barcelona und Valencia habe ich gern einen offiziellen Stellplatz genommen wo das Wohnmobil tagsüber bewacht stand.
Im restlichen Spanien hatte ich sonst nie einen offiziellen Campingplatz oder Stellplatz genutzt. Ich habe immer frei gestanden egal ob Stadt, Kleinstadt oder Ortschaft und natürlich meist ausserhalb an einem der wundervollen Stränden. Oft gab es Gelegenheiten ganz alleine zu stehen, die funktionieren aber nur wenn man von der Strasse nicht gesehen werden kann, den sonst steht man nach spätestens 3 Tagen wie auf dem Campingplatz, den dann klebt Dir der nächste “ängstliche Möchtegernfreisteher wie eine Scheißhausfliege am Arsch”.
Eines habe ich aber nie, mich irgendwo unsicher gefühlt.